Sabine Bätzing, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung hat wie folgt auf die Anfrage zu den Cannabis Anbauvereinen auf Abgeordnetenwatch geantwortet.
Quelle: Cannabis Social Clubs.de
16. Juni 2009
Sehr geehrter Herr …,
Vielen Dank für Ihre Überlegungen. Eines der wichtigsten drogenpolitischen Ziele ist es, das Risko gesundheitlicher und sozialer Schäden durch den Konsum psychoaktiver Substanzen zu vermeiden oder zu lindern. Die einfachste und wirksamst wirksamste Weise, dies zu erreichen, ist immer noch die Vermeidung von Drogen beziehungsweise die Reduzierung des Konsums. Wenn man aus einem Schwarzmarkt einen legalen Markt macht, erreicht man aller Voraussicht nach lediglich eine Verlagerung des Konsums auf den “legalen” Markt. Für das drogenpolitische Ziel der Konsumreduzierung ist dadurch aber nichts gewonnen. Dieses Ziel gilt aber auch für den von Ihnen angesprochenen Cannabis nach wie vor; so hat der mich beratende Drogen- und Suchtrat erst kürzlich wieder empfohlen, eine weitere Reduzierung des Cannabiskonsums anzustreben – ein Ziel, das ich unterstütze. Das von Ihnen vorgeschlagene Modell, über einen Vereine über Risiken und Nebenwirkungen des Cannabiskonsums aufzuklären, könnte durchaus zur Prävention beitragen – wenn damit nicht gleichzeitig das Ziel verbunden ist, den Eigenanbau von Cannabis zu fördern.
Mit freundlichen Grüßen
Sabine Bätzing (12.6.2009)

DE: SABINE BÄTZING ANTWORTET AUF CANNABIS SOCIAL CLUBS ANFRAGE
Die Reduktion des Konsums wird auch nicht mit der Prohibition erreicht. Ein altersregulierter, legaler Handel (z.B. 21 J) würde durch kontrollierbare Qualität gesundheitliches Risiko minimieren und soziale Schäden, die durch die Kriminalisierung der Konsumenten noch wachsen, gar nicht entstehen lassen. Auch Hilfe, bei negativer Auswirkung auf den Konsumenten, kann leichter angeboten werden, wenn keine Sanktionen von Seiten des Staates drohen. Das Ende der Prohibition wäre auch ein enormer Schlag gegen das Organisierte Verbrechen, den wahre Gewinner der jetzigen Situation.
Zusammengefasst: Mit einer Legalisierung würden sie nicht nur das wichtigste drogenpolitische Ziel erreichen (gesundheitliches Risiko und soziale Schäden minimieren), sondern auch noch der weltweiten Kriminalität einen riesigen Markt madig machen. Und als Tüpfelchen auf dem i: Man spart eine Unmenge Steuergeld, die zur Zeit verpulvert wird. Zur Erhaltung eines Schwarzmarktes und zur Verwaltung “hausgemachter” Krimineller. Ob Anbau für den Eigenbedarf, oder verkauf über Shops, ist Geschmacksache. Vermutlich wäre “beides erlauben” sinnvoller im “Krieg” gegen Drogenkartelle, wie jeder noch so große Erfolg der Exekutive.